heute gibt es das versprochene Update aus dem Schweine-OP. An dieser Stelle seien alle Leser schwachen Gemüts (und vor allem alle Nichtmediziner) gewarnt - der Inhalt des folgenden Beitrag ist ausdrücklich nicht tierfreundlich und enthält zudem detaillierte Infos über die erfolgten OPs.
Nun aber zurück zu den Schweinen. Kurz nach meiner Ankunft hier vor 5 Wochen wurde mir eröffnet, ich hätte die einmalige Gelegenheit, an einem "Live Animal Training" mitzumachen. Den genauen Inhalt des Seminars kannte ich damals noch nicht, Respekt flößte mir das Ganze aber von Beginn an ein. Nun gut dachte ich mir, besser am Tier üben als am Mensch, also Augen auf und durch.
So kam es, dass ich Montag und Donnerstag vergangener Woche im Forschungslabor der Uni im Schweine-OP stand, insgesamt waren wir 10 Studenten und 2 Mini-Schweine (Mexican Hairless). Die Schweine wurden zunächst
Am Montag öffneten wir die Bauchhöhle, schnitten die Magenwand an verschiedenen Stellen ein und nähten diese Stellen anschließend wieder zu. Für mich war das eine wirklich gute Übung, da ich bisher nur an Haut (oder Schaumstoff) genäht hatte und nicht an weniger gut zugänglichen Stellen. Für diesen Tag war die OP damit auch schon wieder vorbei, was sich hier allerdings kurz anhört dauerte in Wirklichkeit von 9-18 Uhr. Für einen Näh-Anfänger sind z.B. 25 cm Hautschnitt extrem lang, und wenn dann auch noch in mehreren Lagen genäht wird und man vom Professor eins auf die Finger kriegt wenn man Mist baut dauert das schon mal Stunden...
Außer der Position des Operateurs + Assistent wurden von uns auch alle anderen Positionen ausgefüllt, d.h. wir wechselten uns als Anästhesie, OP-Schwester (reicht dem Chirurg die Instrumente an) und Springer (Person die nicht in steriler Kleidung ist und Gegenstände aus den Schränken anreicht) gegenseitig ab. Das bedeutete aber auc
Jetzt weiß ich zum Beispiel, dass ein "Chobera" ein langes Stück Metall ist, mit dem man beim Nähen die Organe unter der Naht weghalten kann, so dass man mit der Nadel nicht versehentlich die Eingeweide verletzt - wie das Ding aber auf Deutsch heißt kann ich leider nicht sagen :)
Nun kommt der unangenehme Teil des Seminars, der mir so auch nicht klar war: wir ließen unsere Schweine aus der Narkose wieder aufwachen, versorgten sie zwar mit jeder Menge Schmerzmittel, ließen sie aber ansonsten in ihren kleinen Käfigen bis Donnerstag leben. Eins der beiden (zu meiner Verteidigung: nicht mein Team) zitterte sich durch die 3 Tage, auch noch nachdem es eine zusätzliche Heizung neben den Käfig gestellt bekommen hatte.
Am Donnerstag dann begann die Prozedur von neuem, diesmal durfte ich sogar unseren Patienten intubieren, was unter der fachkundigen Anleitung des Tierpflegers auf Japanisch erstaunlich gut gelang. Dann wurde der Schnitt vom Montag wieder geöffnet, und wir sollten reflektieren, wie unser OP-Ergebnis 3 Tage post-OP aussah. Bei uns waren keine Veränderungen zu sehen, bei der anderen Gruppe allerdings waren tatsächlich hochgradige Adhäsionen im gesamten Bauchraum erkennbar, die am Montag noch nicht dagewesen waren. Es war wirklich spannend zu sehen, das Schwein will ich aber nicht gewesen sein.
Dann durfte ich mit einer dänischen Kommilitonin zusammen den Magen rausoperieren, natürlich unter der Anleitung eines erfahrenen Chirurgen. Auch hier war es wieder gut, dass wir das Ganze "nur" an einem Schwein durchführten, denn der Blutverlust war leider größer als bei der durchschnittlichen Gastrektomie. Im Anschluss übernahmen unsere japanischen studentischen Kollegen un
Liebe Grüße,
Beate
P.S.: noch zu dem Halleluja: offensichtlich geht der Großteil der Japaner davon aus, dass Halleluja ein ursprünglich japanischer Begriff ist, der Freude über Gutes Wetter ausdrückt. Das kommt daher, dass "Halelu" übersetzt "aufklären/aufheitern" heißt, wenn man dann noch ein "ja" dahinter setzt, wird es zum Ausruf "Oh, es klart auf!" bzw. frei übersetzt "Wie schön, es ist gutes Wetter".
